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Wie die Kreisbogeneliminierung in der Messpraxis gelingt

Marketing Team
Kreisbogeneliminierung

Wenn Rauheitsmessungen über kreisbogenförmige Flächen laufen, kann das Profil nach der Filterung deutliche Abweichungen zeigen – mit spürbarem Einfluss auf die Messergebnisse. Die Softwarelösungen MarWin EasyRoughness und EasyContour bieten dafür eine präzise Kreisbogeneliminierung, die den Bogen korrekt herausrechnet und eine saubere Bewertung der Oberflächenparameter ermöglicht.

Bei Messungen über einen Kreisbogen verläuft das Rauheitsprofil bei der Filterung mit dem Gaußfilter nicht mittig durch die X-Achse des Profilschriebs. Bei konvexen Radien liegt das Rauheitsprofil oberhalb, bei konkaven Radien unterhalb der X-Achse. Bei Rauheitskennwerten, die von dem Abstand des Profils zur X-Achse beeinflusst werden, führt dies jedoch zu Fehlmessungen.
Mit den Softwarelösungen MarWin EasyRoughness und EasyContour von Mahr lässt sich in diesen Fällen die Funktion „Kreisbogeneliminierung“ nutzen: Damit wird aus kreisbogenförmigen Profilen, die an konvexen oder konkaven Messobjekten aufgenommen wurden, der Bogen herausgefiltert. Dies ist notwendig, um die geforderten Oberflächenparameter korrekt bestimmen zu können: „Die Kreisbogeneliminierung wickelt den Kreisbogen im ursprünglichen D-Profil ab, sodass das P-Profil als Linearprofil mit seinen Welligkeits- und Rauheitsanteilen dargestellt wird“, erklärt Timo Dankenbrink, Leiter der Anwendungstechnik bei Mahr. „Die Kreisbogeneliminierung erfolgt vor der eigentlichen Profilfilterung mit dem Lc-Filter. Nach der anschließenden Filterung mit dem Gaußfilter verläuft das Rauheitsprofil mittig durch die X-Achse.“

Auswahlfeld „Kreisbogen“
Ab der Softwareversion v14.50-03 bietet Mahr jetzt noch mehr Möglichkeiten zur Kreisbogeneliminierung.Bei der Option „Kreisbogen“ wählt man im Auswahlfeld zunächst aus, dass die Kreisbogeneliminierung ausgeführt wird. Hierzu gibt es folgende Optionen:

  • nicht aktiv (Voreinstellung) → keine Kreisbogeneliminierung
  • vor Filterung, senkrecht zur Messebene
  • vor Filterung, senkrecht zum Ersatzelement

Wichtig: Dieser Schritt ist aktuell nicht genormt. Mahr bietet mit den beiden folgenden Optionen jedoch die Möglichkeit, Messergebnisse besser vergleichen zu können:

Auswahl„vor Filterung, senkrecht zur Messebene“

Diese Option rechnet die Werte in Richtung der Antastung, also senkrecht zum Messweg, auf die Ersatzelemente zurück. Folglich wird in Z-Richtung korrigiert. Dies ist die von Mahr empfohlene Einstellung, wenn das Winkelsegment des Kreisbogens, über den gemessen wird, nicht allzu groß ist, da es sonst an den steilen Anstiegen zu Abweichungen kommen kann.

Auswahlvor Filterung, senkrecht zum Ersatzelement“

Diese Option rechnet die Werte senkrecht zum Ersatzelement, sprich dem Kreisbogen, zurück. Sie empfiehlt sich bei Anstiegen > 66°, d.h. über große Winkelsegmente eines Kreisbogens.

Sie benötigen ausführliche Informationen über die vielfältigen Mess- und Auswertestrategien aus der industriellen Praxis mit den Mahr Rauheits- und Konturenmessplätzen? Nutzen Sie unsere Anwendungstechnischen Schulungen Level 2!
Sie haben Fragen? Dann steht Ihnen Timo Dankenbrink, Leiter der Anwendungstechnik bei Mahr, gern unter Tel. +49 (551) 7073-99499 oder timo.dankenbrink@mahr.com zur Verfügung.

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